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Vereins-Chronik 1983

Das Jahr der Newcomer  

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aufgezeichnet von Hermann Bremser und Manfred Link

 

Wir schreiben das Jahr 1983. Am 5. Februar steigt die große karnevalistische Narrensitzung der Schwarzen Elf in der Hugenottenhalle.

Gut vorbereitet durch Vorstandssitzungen, Mitgliederversammlungen und - das muss auch einmal notiert werden - die inzwischen zur Tradition der Schwarzen Elf gewordene Fastnachtseröffnung, die diesmal am 13. November 1982 stattfand. Unsere Karnevalisten boten ein großartiges Programm mit Gertrud Haag, Horst Duhme, Andreas Geier, Pfarrer Norbert Bachus, Dieter Mark, der anmutigen Tanzgarde und natürlich mir, dem Ministerpräsidenten (Zwischenruf: Angeber). Auch das charmante Prinzenpaar Gerd I. vom goldenen Horn und Uschi II. von den drei Eichen, aus dem Geschlechte der Fischer in Neu-Isenburg (damit es keine Verwechslungen mit den Fischers aus Egelsbach gibt) konnten wir begrüßen. Eine be-sondere Kraftanstrengung verlangte ein Quiz, in dem die Anwesenden die Prinzenpaare von 1971 bis 1982 zu erraten hatten. Heute ist dies dank der archivarischen Leistungen des Hofmarschalls Harald Streb viel einfacher geworden, die voll-ständige Liste wird demnächst hier nachzulesen sein.

Ja so, wir wollten doch von unserer Narrensitzung am 5.2.1983 berichten. Die Elfer mit Ministerpräsident Hermann Bremser, Richard Gerecht, Manfred Link, Ingeburg Bremser, Angelika Obach, Franz Holick, Erwin Hofmann, Norbert Engl, Hermann Frank, Horst Duhme und Alfred Ohmann hatten alle Hände voll zu tun, um ein gutes närrisches Programm auf die Beine zu stellen. Karnevalisten von gutem Schrot und Korn mussten wegen Krankheit und anderen zwingenden Gründen ihre aktive Teilnahme absagen. Sie hätten allein einen großartigen Narrenabend gestalten können, die Willi Gehrling, Gertrud Haag, Pfarrer Oswald Klein, Werner Koch, Karl-Walter und Klaus Reinhardt, Karl Sack und auch die Gesangsgruppe Offenbacher Kellergeister. Nicht zu vergessen, es fehlte auch Richard Bähr, unser Altkarnevalist der ersten Stunde, der am 11.11.1982 verstarb.

Aber die Schwarze Elf kann aus dem schier unerschöpflichen Quell der örtlichen Pfarrgemeinden schöpfen. Und somit waren die Voraussetzungen für eine "Narrensitzung, die auch in diesem Jahr viel für die Lachmuskeln bot" (Neu-Isenburger Anzeigeblatt v. 11.2.83) geschaffen. Die Offenbach-Post meinte allerdings (Ausgabe v. 7.2.83), dass "die wahre Ausgelassenheit, die sonst so mancher Narrensitzung die Würze verleiht, nicht reingelassen wurde". Na ja, jedem Tierchen sein Plaisirchen.
Ein Blick ins Programm bringt Erinnerung. Die "Hugos", unsere alten, guten Freunde, spielten wieder gekonnt auf. Horst Duhme präsentierte seinen Schwarzen Michel und glossierte in der von ihm gewohnten geistreichen Art spitz und treffend das politische Geschehen im kleinen wie im großen Bereich. Pfarrer Norbert Bachus präsentierte u.a. das von ihm getextete und komponierte "Schepp-Guck-Lied". Der Pfarrer, alter OFC-Fan, erhielt danach oder dafür vom Vorsitzenden des hiesigen Clubs der Altfußballer ein Trikot der Nationalmannschaft mit den Unterschriften der Fußballer. Das zog er natürlich sofort an (ohne dadurch allerdings schon die Lizenz für die Nationalmannschaft zu erhalten).

Beate Gerecht stellte sich als Psychiaterin vor und unterstrich damit als Jungstar die Hoffnungen der Schwarzen Elf auf ihren großen karnevalistischen Werdegang. Natürlich auch Norbert Eisert, ehemals Kaplan in St. Josef, inzwischen Pfarrer in Bensheim. Gemeinsam mit dem Newcomer Peter Seubert brachte er ein Zwiegespräch, das er "Der Dienstweg" überschrieb. Da konnten sich die beiden karnevalistisch austoben und ernteten jede Menge Lachsalven und Beifall. Und Dieter Mark, die Vortragskanone. Er beschloss den Reigen der närrischen Redner als "verlassene Braut". Recht gut, kleiner Dieter! Ach was, große Klasse war das.

So, das waren unsere Altgedienten. Und die Neuen? Die Anlernlinge im Reiche des Prinzen Kar-neval? - Hier seien sie ehrend erwähnt. Denn sie agierten wie alte Hasen.

Da kam einer wie Armin Hary aus dem Startloch und provozierte mit seinem Vortrag "Ein Steuer-einnehmer" Beifallsstürme des hohen Hauses. Andreas Geier - ein Genie schien geboren. Thomas Beitz stand ihm zur Seite.

"Die Mama macht das schon" philosophierte Karola Stoewer von der Pfarrgemeinde St. Christoph und ging soweit, dass sie sogar stellvertretend für ihre Kinder deren Sünden beichtete. Stürmischer Applaus war ihr Lohn.

Neuland betraten Georg Schäfer und Bernhard Naßler mit ihrem Zwiegespräch "Knorz und Knörzche". Leider kam der Vortrag nicht gut an. Aber Kopf hoch! Nächstes Jahr wird's besser.

Die Kapläne Eugen Fick und Hermann Differenz als "Haushälterin und der Penner" hatten ein solches Witzrepertoire, dass der Präsident neben anerkennenden Worten und angesichts so vieler geistlicher Aktivisten die Frage stellte, ob die närrische Ausbildung ein Bestandteil der priesterlichen Ausbildung ist.

Wir erwähnten bereits den Newcomer Peter Seubert (gemeinsam mit Pfarrer Eisert). Jetzt präsentierten sich drei Damen von Gravenbruch, Jutta Walla, Gerda Weller und - zum zweiten Mal - Karola Stoewer. Das Blättche schrieb: Sie ... "begeisterten mit ihrem Liedbeitrag 'Aber dennoch hat sich Bolle ganz köstlich amüsiert', dargeboten mit original Berliner Schnauze".

Nicht vergessen sind die von unseren Gardeministerinnen Angelika Obach und Ingeburg Brem-ser einstudierten Tänze der charmanten Gardemädchen. Garde- und Schowtänze nach den Melodien "Tanz der Stunden" aus La Cioconda von Amilcare Ponchielli, der "Tritsch-Tratsch-Polka" von Johann Strauß und "Knock on Wood", die viel Beifall fanden "für farbenfrohe Kostümierung und sauber dargebotene Tanzleistungen, die sich harmonisch in das Programm einfügten und ... etwas für das Auge boten" (Blättche vom 11.2.1983). Es tanzten Sylvia Biller, Ina Gablenz, Anja Grünes-Braun, Sylvia Hirschfeld, Andrea Janowsky, Petra Lüdecke, Jutta Mohr, Sibylle Neeb, Margit Ohmann und Dagmar Seitz.

Über das Männerballett, ebenfalls einstudiert von Ingeburg Bremser und Angelika Obach, schrieb das Neu-Isenburger Anzeigeblatt vom 11.2.1983: "Die Superminis der Schwarzen Elf präsentierten den 'Black-Bottom-Charleston' und zeigten dabei nie gesehene 'grazile' Figuren". Mit Dieter Mark war auch Gisela Rüttiger mit einer Tanzeinlage dabei. Das Publikum forderte eine Zugabe. Die "Superminis" hatten Begeisterungsstürme entfacht. Zu ihnen gehörten: Horst Duhme, Karl-Josef Eichmanns, Norbert Engl, Hermann Frank, Dieter und Peter Mark, Friedrich Mohr, Carlo Symang, Jürgen Watzke und als Neuling Eugen Fick, der Kaplan.

Viel Prominenz war anwesend. Darunter der Stadtverordnetenvorsteher Robert Maier, der 1. Stadtrat Franz Heuer sowie Vertreter der CDU, der SPD und der FDP. Natürlich auch die Vertreter der Isenburger Vereine, insbesondere des AKVN und Geistliche. Pfarrer Oswald Klein, selbst über die Jahre wiederholt aktiv im Rampengeschehen, erhielt im Krankenhaus eine Grußadresse der Schwarzen Elf und ihrer Gäste mit den besten Genesungswünschen.

Ausgezeichnet mit dem goldenen Vlies wurden die langjährigen Aktiven der Schwarzen Elf Hermann Frank, der Büttenredner, Tänzer, Liedsänger und Exprinz, und Karl-Heinz Schmidt als ehemaliges Mitglied des Elferrates und jetzigem bewährten Regisseur.

Ja, das war sie, unsere Narrensitzung, "die auch in diesem Jahr viel für die Lachmuskeln bot", meinte das Blättche.

Ach so! Stop! Da war ja noch der Jahresabschluss, am Fastnachtsdienstag. Auch das inzwischen eine Traditionsveranstaltung im Alfred-Delp-Haus, zu der neben den Aktiven der Schwarzen Elf viele Gäste aus den anderen Isenburger Vereinen kommen. Ein Zeichen, welche Bedeutung diese Veranstaltung und die Schwarze Elf bei der Iseborjer Fastnacht haben. Auch hier wieder ein kleines Programm, letzte Ordensverleihungen, gemütliches Beisammensein mit fastnachtlichen Rück- und Ausblicken und das berühmt gewordene Heringsessen, dank unserer Heringsmutter Hilde Mark.

 

 

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