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Vereins-Chronik 2008

"Wilder Westen in Isseborsch"  

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aufgezeichnet von Manfred Link

 

Im Jahre 2007 hatte die Firma Berdel einen neuen LKW bestellt und wollte ihren bisherigen loswerden. Mark Müller fragte schon an Fastnacht scherzhaft die Schwarze Elf, ob sie diesen nicht haben wollte. Eine Vorstellung, die im Kreise der Verantwortlichen immer mehr reifte. Nach reiflicher Abwägung der Konsequenzen (Kauf, Umbau, Wartung) und Kosten willigte der Vorstand schließlich ein. Jetzt hatten wir ein großes blaues Auto und waren nicht mehr auf die Zugmaschine des DLB angewiesen. Das stand in Aschaffenburg zur Umrüstung. Also hin und abholen. Einen 10 Tonner LKW darf aber nicht Jeder fahren. Daher wurde der Wagen erst mal „abgelastet“, so heißt das im Amtsdeutsch. Er musste zum TÜV und zur Zulassungsstelle und es wurde ein 7,5 Tonner daraus (war ja auch kein Kranaufbau mehr da). Jetzt war der Wagen mit dem (alten) PKW Führerschein zu fahren.
Der Wagen hatte nur noch ein Führerhaus und das Fahrgestell. Für einen Kommiteewagen musste eine neue Ladefläche her.

Auch hier haben uns Mark Müller und die Firma Berdel in hervorragender Weise geholfen. Nach den gemeinsamen Planungen stand eines Tages ein großer Haufen Blechteile an der Wagenhalle. Da war es schon Mitte November. Also rauften sich die Helfer um Manfred Link und Joe Mannberger zusammen und schweißten in vielen Arbeitsstunden den Aufbau zusammen. Jetzt mussten noch Holzplatten für Fußboden und Seitenwände besorgt und eingebaut werden. Alles sollte möglichst viele Jahre halten. Ende Januar stand er bereit, unser neuer Kommiteewagen, 9,5 Meter lang und 2,5 Meter breit.

So ganz nebenbei muss auch noch bemerkt werden, dass parallel dazu ein gewaltiges Bühnenbild entstand. Unser Thema war dieses Jahr „Wilder Westen“ und so wurde eine kleine Westernstadt mit zweigeschossigen Gebäuden für die Bühne der Huha entworfen und gebaut.
Toll, dass die Schwarze Elf damals so viele Helfer mobilisieren konnte.

 

Eröffnung
Wenn der Michi aus dem Sack ist, dann gibt es für die Narren der Schwarzen Elf kein Halten mehr. Wie immer zu Beginn der Kampagne wird er aus seinem Sack geholt und damit sein Winter- bzw. hier: Sommerschlaf beendet.
Im vollbesetzten Alfred Delp-Haus war der Beifall groß, als Horst Duhme seinen „Michi“ präsentierte; jetzt ist wieder Fastnachtszeit bis zum Aschermittwoch.
Auch Prinzessin Ursula II. vom tanzenden Stiefel und Prinz Peter III. vom singenden Kranich machten der Schwarzen Elf ihre Aufwartung, begleitet von Claus Eichler. Dazu die Vorgeschichte aus der Offenbach Post vom 12.11.2007: „Wir haben in diesem Jahr leider kein Prinzenpaar“, hatte die AKVN-Präsidentin Annette Knitter die mit Spannung wartende Narrenschar in der Reiterschänke zunächst geschockt. Doch dann erhellte sich ihr Gesicht: „Klar, wir haben wieder eines gefunden!“ Unter den Klängen des Narrhallamarsches zog es dann in den Saal ein und alle waren sichtlich überrascht. „Damit hätte ich aber wirklich nicht gerechnet“, sagte selbst Ludi Berdel. Die Entscheidung von Peter und Ursula Letz, sich in der Narrenkampagne 2007/2008 als Prinzenpaar zur Verfügung zu stellen, kam wohl für die meisten Akteure wie aus heiterem Himmel. „Da stehen sie erst einmal, auch wenn Uniform und Prinzessinnenkleid noch nicht geschneidert sind“, verkündete Annette Knitter voller Freude über den Coup. Das neue Isenburger Prinzenpaar, Prinz Peter lll. vom singenden Kranich und Prinzessin Ursula II. vom tanzenden Stiefel, ist in der hiesigen Karnevalsszene nicht unbekannt. Peter Letz steht im Kümmler-Chor in der vordersten Reihe, und Uschi Letz tanzt bei den Kümmel-Line-Dancern eifrig mit. „Wir sind in Zeppelinheim bestens bekannt“, gab der designierte Prinz seine Herkunft preis. Gemeinsam schworen sie der Vorsitzenden des Arbeitskreises Karnevaltreibender Vereine in Neu-Isenburg, der Fastnacht zu dienen, den Lumpenmontag hochzuhalten und immer fröhlich zu sein. „Ich bin der Größte unter den Kleinen“, stellte sich Prinz Peter III. vor und Prinzessin Ursula II. meinte: „Wer uns nicht sieht, der wird uns schon hören!“
Die letzten beiden Bemerkungen zielten denn auch auf die geringe Körpergröße des neuen Prinzenpaares ab, das schon bei der Gratulationskur in der Reiterschänke einige der Vereinsvertreter in die Knie zwang. Die Schwarze Elf machte aus der Not ein Präsent und schenkte der Prinzessin ein „Schawellchen“, zu deutsch Fußschemel.
Nachdem das Duo „Gut Druff“ den Narren etwas eingeheizt hatte, kam es zu einer besonderen Ehrung: Manfred Link und Franz Holick wurden vom Bezirksvertreter der Interessengemeinschaft des Verbandes Mittelrheinischer Karneval (IGMK), Günter Sauermilch, mit dem Verdienstorden in Gold ausgezeichnet. Beide waren total überrascht.
Sandy Gutsche stieg danach zum ersten Vortrag des Abends in die Bütt, wieder selbstgeschrieben.
Die Showgruppe brachte Bewegung in den Saal des Alfred Delp-Hauses mit ein wenig Playback und einer Polonaise. Dabei waren: Thorsten Appel, Florian Liedtko, Katrin Litzenberger, Stefan Ritzel, Patrick Trützschler, Silke Mickley und Sabine Link.
Ilene Kelly brachte einen Vortrag über ein „Tanzmariechen“, begleitet vom eigenen Solotanz.
Horst Duhme kam im Nachthemd. Ganz verschlafen mimte er einen „Schlafwandler“.
Zwischendrin gab es die üblichen Verleihungen des Kampagneordens an die aktiven Mitglieder der Schwarzen Elf. Orden erhielten auch die örtlichen Honoratioren.


Sitzung
„Willkommen im Saloon der Black Eleven“ – so schrieb die Presse. Das tolle Bühnenbild zeigte die Kulisse einer Westernstadt mit Isenburger Flair. Es wurde wieder vom Kreativteam Joe Mannberger, Manfred und Sabine Link entworfen und mit Hilfe von weiteren Mitgliedern gebaut.
Nachdem die Cowboys und Indianer den Saal bzw. die Bühne gestürmt hatten, wurden das Prinzenpaar, Prinzessin Ursula II. und Prinz Peter III. zusammen mit ihrem Prinzenbegleiter Claus Eichler und dem Oberlump Marcus Letz von den Garden der Schwarzen Elf auf die Bühne geleitet und von der Präsidentin Gudrun Litzenberger und ihren beiden Vize Thorsten Appel und Stefan Ritzel begrüßt.
Dann stürmten ca. 60 Schlabbedengla, eine Guggemusik aus Bruchsal, den Saal und mischten die 500 Zuschauer richtig auf.
Die Minikids tanzten nach der Fernsehserie Lazy Town als Gespenster, Piraten und Bauarbeiter. 19 kleine Wirbelwinde im Alter von 4 bis 10 Jahren entzückten einfach Alle. Trainiert wurde die Rasselbande nach wie vor von Sabrina Knecht und Katrin Litzenberger.
Das Indianerprotokoll beschäftigte sich mit der großen Politik, aber auch mit der wichtigsten Nebensache, dem Sport, und natürlich mit der lokalen Prominenz. Zum 11. Mal trug Gudrun Litzenberger die Verse aus der Feder von Günther Marx frei vor.
Ein Gardetanz mit einer schwierigen Choreographie, zu einer flotten Musik, perfekt dargeboten von 13 jungen Damen aus der Polkaformation der Schwarzen Elf, ließ das Publikum toben. Verantwortlich für diese tolle Leistung waren Stefanie Hehn und Ina Gabriel, die beide auch noch mittanzten.
Die schrecklich nette Familie ließ uns an der Geburtstagsfeier von ihrem Opa (Stefan Ritzel) teilhaben. Der musste erfahren, dass man im Alter beim Friseur mehr fürs Suchen als fürs Schneiden zahlen muss. Mit von der Partie waren die charmante Mutter (Thorsten Appel), der unterdrückte Vater (Thomas Kraus-Litzenberger) und der freche Filius (David Litzenberger, 7 Jahre jung).
Die Elfchen beeindruckten mit ihrem Westernrock. Cowboys und Mädels in weit schwingenden Röcken ließen die Bühne beben.
Was ein Tanzmariechen mit ehrgeiziger Mutter in der Fastnacht so alles erlebt, berichtete Ilene Kelly. Wie es sich für ein Tanzmariechen auch gehört, zeigte sie anschließend auch einen flotten Tanz. Idee und Vortrag waren von ihr selbst. Dabei war sie gerade mal 14 Jahre alt!
Auch die vier Cappuccinos (Wolfgang Paul, Thomas Kraus-Litzenberger, Stefan Ritzel und Thorsten Appel) gaben in diesem Jahr wieder ihren Gesang zum Besten. Mit Liedern über Äppelwoi und die Issebojer Fassnacht sorgten sie für ordentlich Stimmung im Saal.
Danach lud Sandy Gutsche zur Wellnesskur in die USA ein. Wenig Essen, ständig Behandlungen und Sport. Da kann das Abnehmen zu Albträumen führen.
Beim Auftritt der Showgruppe führte Roberto Blanco (Stefan Ritzel) unter dem Motto „Ein bisschen Spaß muss sein!“ durch die bunte Hitparadenmischung der deutschen Schlager.
Cool, frech und süß tanzten die Boys und Girls von der „Schwarze 11“ High School. Zur Musik von High School Musical hatten die Trainerinnen Sabrina Knecht und Silke Mickley einen flotten und mitreißenden Tanz mit den Maxis einstudiert.
Ein Angriff auf die Lachmuskeln folgte dann mit dem Babysitter Wolfgang Paul. Sichtlich genervt hütete er seinen kleinen Neffen, inklusive Windelwechseln.
Der „große“ Sheriff rivalisiert mit dem „kleinen“ Mexikaner in unserer Westernstadt. Es kommt zum großen Showdown in der Main-Street. Da die Bevölkerung jede Gewalt ablehnt, kann eine Schießerei verhindert werden. Dafür tritt dann der mit dem Mexikaner befreundete Indianerhäuptling mit seinen Squaws gegen die Saloon-Tänzerinnen des Sheriffs an. Das Duell geht unentschieden aus.
Dargestellt wurde dieser Kurzwestern vom Männerballett unter der Leitung von Martina Liedtko.
Zum Schluss wartete noch eine Enthüllungsstory. Die „Luwwis“, unsre „Butzfraa vom Rathaus“ lüftete einige Geheimnisse und griff selbst auch in die Verwaltung von Isseborsch ein. Martina Liedtko ließ zu später Stunde den Saal noch mal toben.
Die Showtanzformation „Funtasia“ führte die Sitzung zum letzten Höhepunkt. 15 Cowgirls in raffinierten Kostümen zeigten einen Tanz, der einfach „wild and free“ war! Das Trainerteam Stefanie Hehn und Ina Gabriel hatte hier wieder ein Meisterstück inszeniert.
Zum großen Finale kamen die Cappuccinos und heizten noch mal ordentlich ein. Alle Mitwirkenden mitsamt Prinzenpaar und Oberlump kamen auf die Bühne und gemeinsam wurde unser Lied, der „Lumbemondaach“, gesungen. Anschließend spielte die Band „NoName“ weiter, es konnte getanzt werden. Für trockene Kehlen gab es in der Sektbar ausreichend Abhilfe.
Wer einmal in der Schwarzen Elf ist, kommt so schnell nicht los von ihr. Das zeigten unsere Ehrungen:
Geehrt wurden an diesem Abend mit dem „Goldenen Vlies“ Katja Knüttel von der Schautanzformation „Funtasia“, Uli Fröls, Trainerin der Elfchen, und Christel Lindig, auch von den Elfchen.
Unseren Michiorden für mehr als 22 Jahre in den Diensten der Schwarzen Elf erhielten Regina Schmidt (Elferrat und Organisation), Leo Appel (Chef hinter der Bühne) und Karl-Heinz Wiegand (ehemaliger Sängerknabe und Tanzbub vom Männerballett).

 

Lumpenmontag
Es sollte doch mit dem Teufel zugehen, wenn wir im nächsten Jahr keinen Watz haben.“ Das haben sich die lsenburger Karnevalisten gedacht und gestern beim Lumpenmontagszug prompt den Teufel in den ersten Wagen des Zuges - den Motivwagen von Watz und Oberlump - gesetzt. Und zwar genau an die Stelle, an der in den vergangenen 22 Jahren Watz Karl-Heinz Müller stand und den närrischen Lindwurm anführte. Nun hoffen die Jecken der Hugenottenstadt, in den kommenden zwölf Monaten einen neuen Watz zu finden. Doch die Stimmung konnte das Fehlen einer der Hauptfiguren des lsenburger Karnevals nicht trüben, zumal Petrus ein Einsehen gezeigt hatte, und der Regen bereits einige Stunden vor Start des Fastnachtsumzugs aufhörte. Während am Himmel die Farbe Grau dominierte, verwandelten sich die Frankfurter Straße und die anderen Straßen, durch die der Umzug führen sollte, in ein buntes Menschenmeer. Tausende von Besuchern säumten die Straßen und jubelten den 83 Fußgruppen, Musikern und Motivwagen zu. Zu den Hauptattraktionen gehörte auch in diesem Jahr die „Schwarze Elf“ mit dem neuen Kommiteewagen, auf dem die Bühnendekoration der Westernstadt verteilt wurde.

 

Heringsessen

Die Nachwirkungen von Sitzung und Umzug waren noch deutlich zu sehen. Das Publikum, die Thekencrew und sogar der Michi hatten noch das zünftige Westernoutfit an. Das Programm der Schwarzen Elf konnte sich an diesem Abend jedoch wieder sehen lassen. Nachdem fast alle Heringe vertilgt waren, eröffneten die Maxis den Reigen des großen Programms.
Wolfgang Hollerbach stieg als erster in die Bütt. Sein Vortrag titelte „Black Eleven“.
Wieder aus Bensheim angereist Pfarrer Norbert Eisert. Er kam als „Dr. Eisenbart“.
Auch das Prinzenpaar, Prinzessin Ursula II. und Prinz Peter III. mit ihrem Prinzenbegleiter Claus Eichler, wurde mit großem Hallo begrüßt.
Aus Dörnigheim von der Karnevalsabteilung Blau-Weiß der Freien Turner Dörnigheim kam das dortige Prinzenpaar mit einer Abordnung. Die Blau-Weißen steuerten ebenfalls zwei Beiträge zum Programm bei.
Und wieder gab es eine Premiere: Walter Ritzel duellierte sich mit seinem Sohn Stefan verbal. Wer es noch nicht weiß: Ein Riss geht durch diese Familie. Walter ist Fan der Offenbacher Kickers und sein Sohn Stefan ist Eintrachtfan. Wenn das keine Basis für ein gelungenes Zwiegespräch ist.
Vier Mädels der Gruppe „Funtasia“ präsentierten noch einmal den Tanz der Narrensitzung: „wild and free“.
Da hatten sich die Cappuccinos aber verändert: Da standen ja auf einmal vier Herren in dunklen, gestreiften Anzügen, blauen Hemden und roter Krawatte. Wie edel. Und dann hatten sie es auch noch geschafft, den Ex-Sängerknaben Norbert Engl zu bewegen, sie mit dem Akkordeon zu unterstützen. Toll!
Dann war es wieder soweit. Licht aus, Kerzen an. Jeder im Saal wusste was jetzt kommen würde: Horst Duhme zelebrierte das Ende der Fastnacht.

 

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